Monika Krohwinkel

Dabei setzen wir auf das Modell von M. K.

Monika Krohwinkel wurde 1941 in Hamburg geboren. Ihr Leben prägen die weitreichenden Erkenntnisse aus dem Bereich der Pflegewissenschaften. Während Ihres Studiums der Pflege- und Erziehungswissenschaft in Manchester, in der Zeit von 1984 bis 1988 entwickelte sie, basierend auf den Arbeiten von Nancy Roper, ihr konzeptionelles Modell „Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens“, kurz AEDL. Dieses Modell verweist auf den Zusammenhang zwischen alltäglichen Handlungen des Lebens und den sich daraus für den Patienten ergebenden grundlegenden Bedürfnissen. Nur durch die Realisierung dieser kann die Gesundheit und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen nachhaltig gefördert werden. Die Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen setzen sich aus 13 Bereichen zusammen die nicht in einer strukturellen hierarchischen Beziehung zueinander stehen. Vielmehr gilt es für jeden Patienten ein auf seine Person zugeschnittenes und individuelles Pflegeprogramm zusammenzustellen um seine Bedürfnisse und alltägliche Handlungen und Routinen bestmöglich zufrieden zu stellen und zu begünstigen. Nur so lässt sich die ganzheitlich rehabilitierende Prozesspflege effektiv verwirklichen.

AEDL`s (Aktivitäten und existentielle Erfahrung des Lebens):

- Kommunizieren können
(Wahrnehmungsfähigkeit, Ausdruck von Gefühlen, Gestik, emotionale Bedürfnisse, Sprache, Schreiben, Mimik)

- Sich bewegen können
(aktive und passive Kontrakturenprophylaxe, Gehen, Lagerung, Gleichgewicht, Gleichgewichtsstörungen)

- Vitale Funktionen aufrechterhalten
(erhalten, Vitalzeichen, Atemfähigkeit, Wärmeregulation)

- Sich pflegen können
(Körperpflege, Hautzustand, Hautschäden)

- Essen und Trinken können
(Kostformen, Anreichen, Zubereitung)

- Ausscheiden können
(Obistipation, Diarrhoe, kontinent, inkontinent, Toilettentraining)

- Sich kleiden können
(bevorzugte Kleidung)

- Ruhen, Schlafen und sich entspannen können
(Schlafgewohnheiten, Schlafstörungen, Schlafrythmus)

- Sich beschäftigen lernen und sich entwickeln können
(Tagesgestaltung, Hobbys, selbstständige Aktivitäten)

- Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten können
(Sexualität)

- Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können
(psychische Sicherheit, Orientierungshilfen)

- Soziale Bereiche des Lebens sichern und Beziehungen gestalten können
(bestehende Beziehungen aufrecht erhalten (Bekannte, Verwandte), Angemessenheit der Wohnräume)

- Mit den existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen können
(Tod Sterben, Glaube, lebensgeschichtliche Erfahrungen)